Mission

31. Januar, 2019

Aufbruch zu neuer Mission

Der Begriff Mission ist im Moment in aller Munde. Da startet ein Raumschiff zu einer Mission ins Weltall. Ein Seenotrettungsschiff befindet sich im Mittelmeer auf einer Mission. Ein Autokonzern spricht von Mission, wenn ein neuer Autotyp entwickelt wird….

Allem gemeinsam ist eine Idee, die in die Tat umgesetzt werden will. Mit einem Ziel vor Augen startet eine Mission mit viel Energie und Engagement.

 

„Getauft und Gesandt: Die Kirche Christi in der Mission in der Welt“

So lautet der Slogan für den außerordentlichen Monat der Mission, den Papst Franziskus für

Oktober 2019 ausgerufen hat. Das missionarische Bewusstsein, das im II. Vatikanischen Konzil im Dokument Missio ad Gentes formuliert wurde, will der Papst uns neu ans Herz legen.

Mission ist in unserer Kirche ein vielfach belasteter Begriff. Da schwingen Bilder von Kreuzzügen und gewaltsame Missionierung von ganzen Gebieten mit. Dass sich das kirchliche Verständnis grundlegend geändert und die Kirche von vielen Vorgehensweisen und Haltungen Abstand genommen hat, wird bis heute oft noch nicht wahrgenommen.

 

Am 30. November 2019 jährt sich zum hundertsten Mal die Verkündigung des Apostolischen Schreibens Maximum illud, von Papst Benedikt XV. Die Entstehung dieses Schreibens ist bemerkenswert: 1919, am Ende des ersten Weltkrieges, mahnte der Papst die Notwendigkeit an, ein neues Verständnis von Weltmission auf der Grundlage des Evangeliums zu entwickeln, frei von jeglichen kolonialen und nationalistischen Bestrebungen, die so viel Unheil angerichtet hatten.

 

Mission, lat. Sendung, Auftrag, umfasst eine Grundhaltung – unabhängig von Beruf, Auftrag oder Wohnort. Unser Ziel ist klar! Die erlösende Liebe Gottes zu uns Menschen erfahrbar zu machen und das zu tun, was dem Leben dient. Diesen Auftrag durch unser Leben, Wirken und Beten umzusetzen, ist jeder einzelnen von uns und uns als Gemeinschaft mit auf den Weg gegeben.

In unserer Ordensregel haben wir formuliert: „Mission ist ein wechselseitiges Geschehen des Gebens und Empfangens, das uns bereichert. In vielfältigen Begegnungen lernen wir von denen, zu denen wir gesandt sind. Wir sind dazu gerufen, Menschen des Dialogs zu sein und durch unser Leben zu überzeugen.“

So verstehen wir uns und dementsprechend bemühen wir uns um Begegnungen auf Augenhöhe – mit Offenheit und Respekt vor anderen Einstellungen, Lebensweisen, Religionen und Kulturen.

 

So könnte ein Motto für 2019 sein: Wir haben eine Vision – Folge deiner Mission

 

Diese Gedanken finden eine Fortsetzung in Form von unterschiedliche Berichten von Mitgliedern der redemptoristischen Ordensfamilie, die das Jahr über veröffentlicht werden und von ihrem Missionsverständnis und ihren Erfahrungen schreiben. Herzliche Einladung: Bleiben Sie dran! Ihre persönliche Mission zu vertiefen und unsere Artikel dazu als Anregung zu nutzen.

Sr. Franziska Kaupp, Recklinghausen