Aschermittwoch

14. Februar, 2018

Ich kam nach dem morgendlichen Gottesdienst am Aschermittwoch in das Haus, in dem ich arbeite – mit einem deutlichen Kreuz aus schwarzgrauer Asche auf der Stirn. Der Blick einer Frau ging sofort zu diesem Zeichen mit der für mich sehr ungewöhnlichen Frage: „Kann ich etwas davon haben, mir auch so ein Kreuz auf die Stirn machen? Ich habe heute keine Zeit, auch zum Gottesdienst zu gehen.“ Ich war schon sehr verwundert und gleichzeitig berührt davon, wie wichtig dieses Zeichen für sie war. Es dauerte nicht lange und sie hatte auch ein kleines Aschekreuz auf der Stirn.

Das Auflegen der Asche am Beginn der Fastenzeit erinnert an ein altes Ritual mit biblischer Tradition. Am Anfang der österlichen Bußzeit legten nach altkirchlicher Bußpraxis Büßer ein Bußgewand an und wurden mit Asche bestreut. Als später die Einrichtung einer öffentlichen Kirchenbuße verlorenging, blieb der Brauch erhalten, sich mit Asche ein Kreuz auf die Stirn zeichnen zu lassen.

aschermittwochDas Aschekreuz erinnert daran, dass ich „von der Erde genommen bin und zur Erde wieder zurückkehren werde“ (aus dem Ritual bei Begräbnissen). So werde ich daran erinnert, dass ich einmal sterben werde. Und zugleich ist das Kreuz Zeichen unserer Erlösung durch Jesus Christus.

Mir ist zugesagt: Unser Gott ist ein barmherziger Gott. Ich bin befreit von aller Schuld. Was mich erschrecken will, braucht mir keine Angst zu machen. Gott geht alle Wege mit mir und schenkt mir neues Leben.

Mit dem Aschekreuz auf der Stirn und einem Fastenvorsatz, der mich lebendiger werden lässt, breche ich auf in diese Zeit des Neuwerdens.

 

Sr. Erika Wimmer, Cham