Brachzeit

26. November, 2017

Auch der Spätherbst hat seinen Reiz. Die Tage werden kürzer und die Luft kälter. In der Natur beginnt mit dem Spätherbst die große Brachzeit des Winters, in der sich die Erde regeneriert. Das Wachstum hält inne, die Bäume werfen ihre Blätter ab, das Leben zieht sich zurück. Gleichzeitig keimt und knospt im Verborgenen das Leben, um im Frühjahr wieder aufzubrechen.

Manche fürchten den November mit seinen häufig trüben Tagen, den langen Phasen der Dunkelheit, der manchmal aufkommenden Melancholie. Diese Zeit des Jahres bringt uns in Berührung mit der Endlichkeit.

Der Spätherbst erinnert mich daran, dass Brachzeiten zum Leben gehören.

Zeiten, die nicht auf Ertrag und Effekt ausgerichtet sind. Zeiten des Rückzuges und der Besinnung auf das, was Wesentlich ist. Brachzeiten sind Zeiten der Neu-Orientierung, in denen auch etwas zu Ende gehen darf. Damit Verwandlung geschieht und Neues werden kann.

Das innerste Geheimnis der Brachzeiten ist nicht das Ende, sondern das Lebensgesetz des Stirb und Werde!

 

Sr. Barbara Bierler, München