Die Schöpfung wartet

08. September, 2018

Dieses Foto ist heuer in meinem Urlaub entstanden.

Unscheinbar, bald verblüht steht sie am Wegrand: die Wegwarte.

Seit mich eine gute Bekannte auf den aussagekräftigen Namen dieser Blume an Wegrändern aufmerksam gemacht hat, fällt sie mir besonders auf.

Jetzt sehe ich sie oft stehen am Rande viel befahrener Strassen

oder an einfachen Spazierwegen

Die Wegwarte hat mir etwas von ihrer Botschaft verraten,

die Gott in sie hineingelegt hat.

 

Fotos Sr. Erika Wimmer

Die Wegwarte – sie wartet, am Weg.

Wartet darauf, gesehen und in ihrer Kostbarkeit entdeckt zu werden.

Sie erinnert mich daran, dass da so vieles ist,

was auf dem Weg durch den Tag darauf wartet,

gesehen und in der Kostbarkeit entdeckt zu werden:

kleine unscheinbare Dinge,

einfache und unerwartete Begegnungen,

Augenblicke zum Innehalten.

Auch erschreckende, herausfordernde Bilder,

Worte oder Erfahrungen können es sein,

die mir begegnen und auf eine liebende Antwort warten.

Gott ist es, der auf mich wartet,

der mir in allem begegnen will.

Wie die Wegwarte, so wartet die ganze Schöpfung darauf,

in ihrer Kostbarkeit gesehen zu werden und

von der Sklaverei und Verlorenheit befreit zu werden (vgl. Röm 8, 21).

Vom 1. September (Weltgebetstag für die Schöpfung) bis zum 4. Oktober (Fest des Hl. Franziskus v. Assisi) machen die christlichen Kirchen darauf besonders aufmerksam, dass die Bewahrung der Schöpfung sehr dringlich ist.

In dieser fünfwöchigen Schöpfungszeit sind wir eingeladen,

neu unseren Sinn zu schärfen für die Schönheit und Kostbarkeit alles Geschaffenen und wir sind aufgerufen, einen nachhaltigen Lebensstil zu fördern.

 

Dabei kann uns dieses Gebet besonders begleiten:

Gebet für unsere Erde
Allmächtiger Gott,
der du in der Weite des Alls gegenwärtig bist
und im kleinsten deiner Geschöpfe,
der du alles, was existiert,
mit deiner Zärtlichkeit umschließt,
gieße uns die Kraft deiner Liebe ein,
damit wir das Leben und die Schönheit hüten.

Lehre uns,
den Wert von allen Dingen zu entdecken
und voll Bewunderung zu betrachten;
zu erkennen, dass wir zutiefst verbunden sind
mit allen Geschöpfen
auf unserem Weg zu deinem unendlichen Licht.

Danke, dass du alle Tage bei uns bist.
Ermutige uns bitte in unserem Kampf
für Gerechtigkeit, Liebe und Frieden.

(Ausschnitt aus dem Gebet für unsere Erde,
Enzyklika Laudato si von Papst Franziskus)

Sr. Erika Wimmer, Cham