Ein gutes halbes Jahr lebe und arbeite ich in der GASTkirche/im GASThaus in Recklinghausen, einem Ort, an dem die Türen und Ohren geöffnet sind für Menschen, die in Not sind, in welcher auch immer. Nun waren wir eingeladen zur Wohnungslosenwallfahrt aus ganz NRW nach Dortmund unter dem Motto: You`ll never walk alone. Welch ein berührendes Erlebnis!!!!
Wir waren mit unserem Bulli und mit der DB unterwegs, insgesamt 16 Menschen, eine ganz bunte Truppe!
Wie herzlich schon der Empfang auf dem Kirchenvorplatz war und erst recht in der vollbesetzten St. Josef Kirche im sozialen Brennpunkt in der Dortmunder Nordstadt.
Aus Leibeskräften wurde das erste Lied gesungen, ein Pilgerlied auf die Melodie von „Pomp and Circumstance“ von Edward Elgar und natürlich durfte die berühmte Stadionhymne von Borussuia Dortmund nicht fehlen…
Bei der Wort-Gottesfeier ging es darum, dass ausnahmslos jeder Mensch eine Würde hat, so wie es erstens die Botschaft Jesu an uns alle ist und zweitens in Artikel 1 unseres Grundgesetzes verankert ist.
Eine lebendige Dialogpredigt zum Evangelium vom Zöllner Zachäus (Lk 19,1-10) zwischen Weihbischof Josef aus Paderborn, Pfr. Olli aus Dortmund, 3 hölzernen Königen, aus der Skulpturenreihe des Bonner Diakons und Künstlers Ralf Knoblauch,….und einem lebendigen 4. König, sprachen es nochmal ganz deutlich aus: egal wie die Lebenswege gehen oder gegangen sind, jede und jeder ist von Gott geliebt, ob sie /er daran glaubt oder nicht, egal, es ist so! So wie es bei der Begegnung von Zachhäus und Jesus auch war. Der Weg von Zachäus lief nicht glatt, nicht geradeaus, aber Jesus wollte bei ihm einkehren, Jesus hatte ihn im Blick. Und so gilt es für jeden Menschen!!!!!
Dann gab es natürlich, was tolles auf die Gabel. Wie kann es im Ruhrgebiet anders sein: Currywurst mit Pommes, für ca. 250 Menschen……
Das Angebot der anschließenden Workshops war gigantisch: Eine Stadtrundfahrt im offenen Doppeldeckerbus, eine Fahrt zum BVB Stadion mit Führung, ein Kino war für uns reserviert…..man konnte die Zeche Ewald besuchen, Aufmerksamkeitsübungen waren im Angebot, Upcaycling…. eine es war für jede/n was dabei, selbstverständlich konnte man sich auch einfach im Pfarrgarten aufhalten….
Nach Kaffee und Kuchen, folgte, wie es sich für eine Wallfahrt gehört, eine kurze Abschlussandacht. Ich war platt: die Kirche war wieder voll. Noch einmal wurde uns zugesagt, das jede/r von uns ein geliebtes Kind Gottes und nie allein ist, ob man es glaubt oder nicht.Wer wollte konnte nach dem Schlusssegen, noch einen Einzelsegen bekommen. Der Andrang dazu war groß.
Die Stimmung an diesem Tag war gut. Ein Tag der Begegnung auf Augenhöhe lag hinter uns, ohne Gewalt und Streit….am Ausgang der Kirche wurden wir noch mit einem Lunchpaket ausgestattet und traten dann glücklich und zufrieden die Heimreise an.
Der Wohnungslosenseelsorger und Gastgeber vor Ort Oliver Schütte sagt in Der Dom : „ An diesem Tag geht es darum, Menschen einen Tag zu schenken, an dem sie willkommen sind, Gemeinschaft erleben und einfach mal genießen können.“
Das ist rundherum gelungen. Ein großes DANKE dafür!
Sr. Karola Kückelmann, Recklinghausen